PRESSEMITTEILUNG

Fünf Jahre nachsynodales Schreiben "Amoris laetitia"

Paare und Familien auf neue Art ins Zentrum kirchlichen Handelns rücken

Der Familienbund der Katholiken hat im Rahmen seiner jüngsten Bundesdelegiertenversammlung am 3. April in Köln einen wegweisenden Beschluss gefasst mit dem Titel „Fünf Jahre nachsynodales Schreiben "Amoris laetitia“ – Paare und Familien auf neue Art ins Zentrum kirchlichen Handelns rücken“.

Darin sprechen sich die Delegierten mit überwältigender Mehrheit für einen anderen Umgang der Kirche mit Gemeinschaften der Liebe aus. Antragsteller war der Familienbund Niedersachsen.

Ein neuer Pastoralstil

Der Familienbund der Katholiken fordert die Verantwortlichen auf allen Ebenen der Pastoral auf, strukturelle, finanzielle und personelle Rahmenbedingungen zu schaffen die notwendig sind, um diesen neuen Pastoralstil umzusetzen (eine pastorale Umkehr der Kirche gegenüber Paaren und Familien, die von einer grundlegenden Anerkennung aller Lebensformen ausgeht, die die darin gelebten Werthaltungen würdigt und diese pastoral einladend fördert). Der Familienbund der Katholiken würdigt die Bemühungen aller, die sich schon jetzt auf diesen Weg gemacht haben.

Ein Entwicklungsraum für die Liebe

Der Familienbund der Katholiken fordert die Verantwortlichen auf allen Ebenen der Pastoral dazu auf, die zur Förderung von Paarbeziehungen und von Beziehungsfähigkeit notwendigen Seelsorge-Kompetenzen zu beschreiben und diese im Rahmen von Aus-, Fort- und Weiterbildungen zu entwickeln.

Paare und Familien sind Erneuerungsorte für die Kirche

Der Familienbund der Katholiken ermutigt alle kirchlich Engagierten, diesen Umkehrprozess wirklich innerlich zu vollziehen – im Denken, Fühlen und Handeln.
(Nicht mehr die Kirche belehrt die Menschen, sondern die Menschen in ihren Paarbeziehungen und Familien zeigen als eigene Form von Kirche, was das Evangelium heute für uns alle bedeuten kann.)

Ehe als Sakrament – inklusiv gedacht

Der Familienbund der Katholiken lädt dazu ein, die Dynamik und Prozesshaftigkeit von Paargeschichten neu verstehen zu lernen und daraufhin die kirchlichen Angebote einer rituellen Begleitung zu differenzieren.

  • Die sakramentale Eheschließung ist neu zu profilieren als ein Berufungsweg, als eine bewusste Entscheidung der Eheleute, in ihrer Ehe die Liebe Gottes zu seiner Kirche darzustellen, gegenwärtig werden zu lassen und zu verkündigen. Der Familienbund der Katholiken hat in seinem Beschluss „Unterstützung von Beziehungen in Gesellschaft, Staat und Kirche“ genau darauf hingewiesen und gefordert, die spirituelle Dimension der Ehe/des Ehesakraments von Mann und Frau stärker zu betonen und vor allem Wege aufzuzeigen, was dies bedeutet und wie dies gelebt werden kann. Ein solcher Weg ist aus unserer Sicht nur dann fruchtbar, wenn er nicht nur theologisch dogmatisch eingefordert, sondern in konkretem zeichenhaften, bezeugenden Handeln von Eheleuten „behauptet“ wird.
  • Segnungsfeiern für Paare, die sich lieben, sind vielfach geübte Praxis. Sie sind als kirchliches Angebot neu zu profilieren, das den Segen Gottes zuspricht, der die Beziehung schützt, trägt und begleitet. Die Kirche anerkennt diese Gemeinschaft als eine vor Gott verbindliche partnerschaftliche Lebensform. Eine solche Praxis kommt dem Bedürfnis von Paaren entgegen, die ein bestärkendes Segnungsritual wünschen, die aber die mit einem Sakrament verbundenen Inhalte und vor allem die bewusste Glaubensentscheidung als Voraussetzung für die Gültigkeit nicht mitvollziehen können oder wollen.
  • Segnungsfeiern für geschieden-wiederverheiratete, gleichgeschlechtliche und queere Paare sollen aus Sicht des Familienbundes der Katholiken akzeptierte Praxis kirchlicher Pastoral werden.

 

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