PRESSEMITTEILUNG

Beziehungskrisen vorbeugen und Beziehungsfähigkeit stärken

Am 19. März beginnt das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr zu Ehe und Familie“. Unter dem Motto "Unsere tägliche Liebe" soll fünf Jahre nach dem Schreiben "Amoris laetitia – Über die Freude der Liebe" noch einmal auf die verschiedenen Anliegen und Impulse des nachsynodalen Schreibens hingewiesen werden.

Aus diesem Anlass fordert der Familienbund der Katholiken eine deutliche Ausweitung der Strategien zur Prävention von Paarproblemen. „Die extrem vielen Ehescheidungen werden zusehends zu einem Problem unserer Gesellschaft“, so Alfons Gierse, Geschäftsführer des Verbandes. Die Qualität und Stabilität von Paarbeziehungen sei von entscheidender Bedeutung nicht nur für die körperliche, sondern auch für die psychische Gesundheit. Dies gelte sowohl für die betroffenen Partner*innen selbst, als auch im Blick auf die Entwicklungsbedingungen der Kinder, wie auch für die Gesellschaft als Ganzes. Wenn Paarbeziehungen scheitern sei dies mit hohen und langanhaltenden Belastungen für die Betroffenen und ihre Kinder verbunden. Zudem führten die hohen Trennungs- und Scheidungszahlen im Gesundheits- und Sozialwesen zu jährlichen Kosten in Milliardenhöhe, so der Familienbund. Allerdings werde die gesellschaftliche Diskussion zu einseitig im Blick auf die die Bewältigung der Folgen von Trennung und Scheidung geführt. „Wir brauchen an dieser Stelle eine politisch unterstützte und unterstützende Aufmerksamkeit, wie Beziehungskrisen vorzubeugen ist und wie Beziehungsfähigkeit gestärkt werden kann“, macht Gierse deutlich, der auch als Paarberater tätig ist. Die Prävention von Paarproblemen und von Trennung und Scheidung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dieser Erkenntnis, so Gierse, trügen die Systeme der Familienhilfe als auch der Gesundheitsfürsorge bisher zu wenig Rechnung.

Wie lässt sich Konfliktbewältigung einüben? Wie kann die Fähigkeit von Partnern gestärkt werden, Krisen durchzustehen und Vergebung und Versöhnung zu praktizieren? Um diese Kompetenzen einzuüben bräuchten Paare Unterstützung. Erprobte Konzepte lägen seit langem auf dem Tisch. Was fehle sei eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung von Kirchen, Bildungseinrichtungen, staatlichen Stellen und Einrichtungen des Gesundheitssystems, um die Paare zu erreichen. Aus seiner Praxis weiß Gierse: „Die Sehnsucht ist groß, von einem anderen Menschen geliebt und verstanden zu werden. Sich mit seinen Ängsten und Schwächen zeigen zu können, ohne beschämt zu werden. Einen Menschen an der Seite zu wissen, der auch in schweren Zeiten zu mir steht. Und das ein Leben lang“. Paaren an dieser Stelle Unterstützung anzubieten sei nicht nur Privatangelegenheit, sondern auch eine Frage des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

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